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Date: Sat, 03 Mar 2007 17:06:41 +0100
From: Jennifer
Subject: von Jennifer
To: Christoph
Lieber Christoph,
Heute komme ich von einer anderen Stadt zurück und schreibe dir als erstes, damit die Eindrücke gleich ungefiltert zu dir kommen, denn später werde ich lesen, lesen, lesen, um richtig zu Hause anzukommen, und dann verändert sich wieder alles.
Wird denn der neue Blog weitergeführt? Bitte nicht aufhören!!! In der heutigen Zeit wird ja jede Menge grober Unfug veröffentlicht, da ist es doch so wichtig, daß wir uns darstellen, und mit dir als Filter traue ich mich das auch ;-). Sicher möchtest du Neuigkeiten von mir wissen, die alte Post aus der Schublade geht ja irgendwann zur Neige, und so sind wir wieder auf dem neuesten Stand.
Die aktuelle rsl habe ich jetzt, denn schließlich bin ich ja private Briefeschreiberin und keine Reporterin wie die vom http://www.stern.de/, deren Aufgabe ist es eher, aus unser aller Sichtweise zu berichten, ich allerdings traue mich jetzt einfach meine Gedanken so aufzuschreiben wie sie sind. Steiner möchte ja, daß wir Bewußtsein entwickeln. Und jeder, den du zum Lesen einlädst, ist mir sehr willkommen!
http://www.radiovaticana.de nimmt Stellung zur Familienpolitik! Wir hoffen sehr, daß diese Thematik wirklich ohne Ideologie betrachtet wird, denn eine persönlichere und privatere kann ich mir kaum vorstellen. Meine Frage wäre, wie es heute eigentlich wirklich mit der Emanzipation des Mannes aussieht? Schließlich mag ich gar nicht mit dieser Aufgabenstellung alleingelassen werden. Wie haben Männer vor einigen Jahrhunderten ihre Kinder erzogen? Da sehe ich den Bauernhof oder Handwerksbetrieb, vom Vater geführt, die Kinder werden hier eingewiesen und fürs Leben tüchtig gemacht. Das hat sich durch die industrielle Revolution verändert. Im Gegensatz zu früher werden Väter heute durch den Beruf, sfern es keiner im Sozialwesen ist, regelrecht davon ferngehalten, mit ihren Kindern Zeit zu verbringen. Und Männer, die keine Kinder haben, haben mit Erziehung überhaupt nichts mehr zu tun und können daher auch keine Familie haben. Bist du nicht auch meiner Meinung, Christoph? Heutzutage muß man Phantasie entwickeln, um neue Lebensformen für die heutige Zeit zu finden, und wir brauchen das Wort Frauen dabei überhaupt nicht zu erwähnen.
Ich selbst wollte als Kind immer unkonventionelle, freidenkende Eltern haben und ein Zuhause, daß Geborgenheit bietet, denn ich bin ein Mensch, der so etwas braucht, um glücklich sein zu können. Ich glaube, das restliche Drumrum ist nicht so wichtig und kann sich jederzeit verändern. Man darf sich auch nicht glauben machen lassen, weil es heute offene Diskussionen gibt, wären die Menschen heute andere als in früheren Zeiten. Ich habe es doch selbst mit eigenen Augen gesehen, daß die Strukturen in traditionellen Lebensformen dieselben sind wie in den zeitgemäßen Lebensformen. So, das mußte einfach gesagt werden.
Lebensformen für die Zukunft sind solche, die verwandten und nicht verwandten Menschen gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, Zeit zu verbringen bietet, ich denke, das ist es, was Bischof Mixa uns eigentlich sagen will. Auch die Arbeitsteilung hat die Bedeutung, daß der interessante Aufgabenmix, den das Leben fordert, gemeinsam bewältigt wird, nicht aber eine vereinzelnde, krank machende Abarbeitungsmethode wird uns die Zukunft bieten.
Genug Denkanstöße für heute, ich hoffe, ich treffe dich später noch im Netz! Tschüß, Jennifer
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